Vhsp tarifvertrag k4

Schließlich gibt es eine wichtige Institution, die als “funktionales Äquivalent” zur Ausweitung von Tarifverträgen arbeitet: das Prinzip der obligatorischen Mitgliedschaft in der Wirtschaftskammer und ihrer Untereinheiten. Nach dem Gesetz sind alle Unternehmen, deren Tätigkeit in den Bereich des repräsentationswesens der Kammer fällt, verpflichtet, Mitglied der Kammer und ihrer Untereinheiten zu sein. Der Anwendungsbereich der Kammer umfasst fast den gesamten privaten Sektor (mit der bemerkenswerten Ausnahme der Landwirtschaft und solcher freien Berufe wie Ärzte und Rechtsanwälte). Das bedeutet, dass etwa 96 % aller Beschäftigten des privaten Sektors in Unternehmen tätig sind, die Mitglieder der Kammer sind. Die Kammer ist die kollektive Stimme der Wirtschaft in Bezug auf alle Arten von Interessen, einschließlich der erblichen Interessen. Damit ist die Kammer der wichtigste Arbeitgeberverband österreichs. Die Kammer und ihre sektoralen Untereinheiten schließen Tarifverträge im Namen fast aller Arbeitgebergruppen unter dem Dach der Kammer ab. In all diesen zahlreichen Fällen stellt sich das Problem, dass Arbeitgeber nicht dem unterzeichnenden Arbeitgeberverband angeschlossen sind, nicht aufgrund des Grundsatzes der obligatorischen Mitgliedschaft in der Kammer, der automatisch alle Arbeitgeber bindet, die der Untereinheit Kammer angehören, die den entsprechenden Tarifvertrag abschließt. Darüber hinaus gibt es eine weitere Zusatzbestimmung des Arbeitsverfassungsgesetzes: Die Bundesschiedsstelle und ihre Gebietseinheiten können auf Antrag einer Tarifeinheit, die einen Tarifvertrag abschließen kann, eine Mindestlohnskala (Mindestlohntarif) festlegen, wenn für die betreffende Arbeitnehmergruppe aufgrund des Fehlens eines entsprechenden Arbeitgeberverbandes kein Tarifvertrag besteht. In diesem Fall ist es der Verwaltungsrat selbst, der das Lohnniveau regelt, so dass sich die Steuerung der Lohnbildung von den beiden Seiten der Industrie auf die Behörden verlagert. Da sowohl die Gewerkschaften als auch die Arbeitgeber versuchen, ihre Governance-Vorrechte im Bereich der Arbeitsbeziehungen beizubehalten, wird der Wunsch, die Anwendung dieser Bestimmung zu vermeiden, die es den Behörden ermöglicht, Lohnskalen festzulegen, dazu tendiert, Arbeitgeberverbände, Verhandlungen mit mehreren Arbeitgebern und gegebenenfalls auch die Anwendung von Verlängerungsbestimmungen zu fördern.

Die Kanzlei NJORD bietet Rechtsberatung im Zusammenhang mit allen Herausforderungen im Zusammenhang mit Tarifverträgen an. Wir können sicherstellen, dass Ihr Unternehmen die Regeln des betreffenden Tarifvertrags kennt. Darüber hinaus beraten und unterstützen wir sie bei folgenden Fragen: Daher sieht die obligatorische Kammermitgliedschaft eine vollständige Tarifsicherung in einer Weise vor, die den Erweiterungsaufträgen entspricht, die auf Arbeitgeber abzielen, die nicht dem unterzeichnenden Arbeitgeberverband angeschlossen sind. In dieser Hinsicht kann die obligatorische Kammermitgliedschaft daher als funktionales Äquivalent zur Verlängerung angesehen werden. Aufgrund des sehr weiten Repräsentationsbereichs der Kammer gibt es neben der Kammer nur sehr wenige freiwillige Arbeitgeberverbände, die Tarifverhandlungen in der Privatwirtschaft führen. Erstens wird das Verlängerungsverfahren angewandt, wenn ein Tarifvertrag von einem freiwilligen Verein (anstelle der Untereinheiten der obligatorischen Wirtschaftskammer) im Namen der Arbeitgeberseite geschlossen wird. In diesem Fall ist die Verlängerungsverordnung so konzipiert, dass die Arbeitgeber, die nicht Mitglieder des unterzeichnenden Arbeitgeberverbandes sind, den Tarifvertrag einhalten. So werden solche Erweiterungsaufträge im Hinblick auf die Branchentarifverträge für die Druckindustrie sowie für Zeitungen und Zeitschriften erteilt. Ein Tarifvertrag kann besondere Rechte für die Arbeitnehmer mit sich bringen, einschließlich des Rechts auf: Das österreichische Arbeitsrecht sieht ausgefeilte Bestimmungen für die Ausweitung von Tarifverträgen auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor, die nicht den Unterzeichnenden angeschlossen sind. In der Praxis sind Verlängerungsbestimmungen jedoch weniger wichtig als das System der obligatorischen Mitgliedschaft in Arbeitgeberverbänden, wenn es darum geht, österreichische Tarifverträge allgemein verbindlich zu machen.

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